Unravel: Ein Wollknäuel auf Reisen

test!

Wie beschreibt man Unravel am besten? Wunderschöner Plattformer, einzigartiges Spielgefühl, dennoch keine Neuerungen.

Selten spielte ich ein Spiel wie Unravel, das mich einerseits packt, andererseits mir keine Chancen gibt, ein Level zu bezwingen. Wobei „bezwingen“ hier das falsche Wort ist. Unravel erzählt, ohne ein Wort zu sprechen, eine Geschichte von Liebe und Freundschaft. Mit dem kleinen, roten Wollknäuel – Yarny, meistert ihr kleine Level und schaltet dadurch Bilder eines Fotoalbums frei.

Dieses Fotoalbum versteckt sich nicht in einem pussligem Menü, denn das existiert garnicht erst. Wie auch Plants vs. Zombies Garden Warfare 2 verzichtet Unravel auf ein lineares Menü. Stattdessen startet ihr in einer rustikalen, typisch-Skandinavischen Behausung – eurem Zuhause. Neben den zu bewältigenden Missionen, findet ihr dort auch das Kaffee befleckte Fotoalbum.

Fotoalbum

Fotos schauen wie bei Oma

Ganz so heiter wirkt Unravel dann leider doch nicht. Der einzige Anreiz Unravel zu spielen, besteht darin die Geschichte der Hausherrin, wahrscheinlich eine ältere Dame, herauszufinden. Dieses Unterfangen klingt leichter als es tatsächlich ist. Besonders die knifflige Steuerung lässt einen das ein oder andere Rätsel versieben, wären die Rätsel nicht sowieso schon schwer genug.

Diese haarigen Rätsel sind fast nie beim ersten Versuch zu bewältigen, vielmehr versucht man sich mit dem berühmten Trial & Error durch die Level zu schleichen. Wirklich, (k)ein Spaß für die ganze Familie.

Zu guter Letzt wäre da noch die melancholische Stille. Oft hatte ich den Eindruck, bei Unravel handelt es sich um eine traurige, depressive Geschichte. Das möchte Unravel aber überhaupt nicht sein. Auch der Sountrack kann mir diesen Gedanken nicht abnehmen.

Yarny Crane Ride

Komische Stimmung, schwierige Rätsel – was macht Unravel so einzigartig?

Grafik besteht in meinen Augen immer aus zwei Punkten:

  • Umwelt
  • Details/Struktur

Ich freue mich sagen zu können, dass mich Unravel grafisch trotz der nicht allzudetailierten Welt durch seine Umwelt unglaublich in den Bann gezogen hat. Seien es die Kinder, die im Hintergrund Fangen spielen, oder der Krebs, der im Hintergrund nach Beute sucht – Unravel macht alles richtig.

Eben sprach ich die melancholische Stimmung mit einem negativen Beigeschmack an, jedoch bin ich auch der Meinung, dass dadurch einzigartige Momente entstehen können, die besonders durch die Stille sehr emotional wirken können. Auf dem Bild befinden wir uns in der Nähe einer Müllverbrennungsanlage. Selten habe ich mich darüber so sehr gefreut, dass der Protagonist die Klappe hält, wie bei Unravel. Endlich mal wieder die Gedanken schweifen lassen – ja, das geht – wären da nicht diese schwierigen Rätsel.

Yarny Child Memories

 

Über den Autor

Malte Zwillus
Malte schreibt nicht nur für die MabaWorld, sondern ebenfalls für mehrere internationale Onlinemagazine. Sitzt er in keiner Redaktion, arbeitet er als selbstständiger Medienberater.

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